Recherche 2.0: Internetrecherche mit standortbezogenen Suchtools

Die Internetrecherche mit sogenannten „location-based-services“ (LBS), also standortbezogenen Such-Tools, gewinnt immer mehr an Bedeutung. Mit Banjo oder Echosec lassen sich z.B. bei Unglücken blitzschnell Postings in Social Media oder auch Videos auf einer Landkarte anzeigen, damit Sie schnell auf den aktuellen Stand kommen oder auch Augenzeugen in einer bestimmten Region suchen können.

Internetrecherche mit Banjo

Umkreissuche mit Banjo in der Münchner Innenstadt: Tweets und Instagram-Postings werden auf einer Landkarte angezeigt

Banjo zum Beispiel teilt den Globus in Regionen ein und analysiert ständig die Anzahl und Inhalte von Postings in Sozialen Netzwerken in einer bestimmten Gegend. Bei außergewöhnlichen Häufungen im „Grundrauschen“ analysiert die Software die Begriffe, die besonders häufig vorkommen (z.B. „bomb“ „fire“ „earthquake“) und kreiert daraus die Startseite. Mit Banjo kann man außerdem eine Umkreissuche starten, alle Postings aus bestimmten Netzwerken der letzten 24 Stunden auf einer Landkarte anzeigen lassen und so auch Kontakt zu den jeweiligen Personen vor Ort aufnehmen. Banjo gibt es als kostenlose App fürs Smartphone und auch als Desktop-Version, hierfür müssen Sie sich allerdings erst anmelden und freischalten lassen. In der kostenlosen Desktop-Variante werden Postings allerdings mit einer 15minütigen Verzögerung angezeigt.

In meinen Seminaren zeige ich Ihnen, welche kostenlosen Tools für eine Internetrecherche geeignet sind und wie Sie effektiv damit arbeiten.

Internetrecherche 2.0: Umkreissuche bei Twitter

Auch bei Twitter können Sie direkt eine Umkreissuche starten: In der erweiterten Suche von Twitter lässt sich neben verschiedenen anderen Sucheinschränkungen ein Ort und ein Umkreis definieren. So konnten zum Beispiel beim Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt mit bestimmten Keywords („ich“ „Weihnachtsmark“) und einer Zeiteinschränkung Augenzeugen ausfindig gemacht werden:

Internetrecherche mit einer Umkreissuche bei Twitter

Bei einem Anschlag oder Unglück gebrauchen Twitteruser regelmäßig das Wort „ich“ in Tweets über das Ereignis, was sich bei der Suche nach Augenzeugen in Kombination mit einer Umkressuche nutzen lässt

Auch eine Suche mit Geodaten ist bei Twitter möglich: Einfach die Daten eines bestimmten Ortes ermitteln (z.B. mit der Seite mygeoposition.com) und diese ins Suchfeld eingeben nach dem folgenden Muster: geocode:xxx,yyyy,radius in km. Diese Art der Suche eignet sich für kleinere Ortschaften bzw. Gegenden, die nicht bereits bei Twitter in der erweiterten Suche zur Auswahl angeboten werden, selbst in einem Meer können auf diese Weise Tweets entdeckt werden, die von Schiffen abgesetzt wurden. Ein Beispiel für die Ermittlung von Tweets der Frankfurter Hauptwache in einem Umkreis von 200 Metern: geocode:50.1138080,8.6791840,0.2km. Weitere Tools für geobasierte Suche, Mapping Websites, Satellitenbilder verschiedener Anbieter etc. gibt es hier.