Month: September 2018

  • Geolocated search

    Von Oliver Klein

    Die Internetrecherche mit sogenannten “location-based-services” (LBS), also standortbezogenen Such-Tools, gewinnt immer mehr an Bedeutung. Mit Banjo oder Echosec lassen sich z.B. bei Unglücken blitzschnell Postings in Social Media oder auch Videos auf einer Landkarte anzeigen, damit Sie schnell auf den aktuellen Stand kommen oder auch Augenzeugen in einer bestimmten Region suchen können.
    Screenshot Echosec mit Landkarte der Frankfurter Innenstadt, auf der Postings verschiedener Sozialer Netzwerke verortet sind

    Echosec im Einsatz: Postings aus Sozialen Netzwerken werden auf einer Landkarte angezeigt, in diesem Fall in der Frankfurter Innenstadt

    Die Suchmaschine Echosec zum Beispiel zeigt Postings aus Sozialen Medien auf einer Landkarte an, wenn sie GPS-Koordinaten enthalten oder andere Möglichkeiten der Standortbestimmung herangezogen werden können. Dazu einfach oben links eine Adresse eingeben oder mit einem Geofence einen Bereich auf der Landkarte markieren – die Postings erscheinen automatisch und können einzeln angeklickt werden, auf der linken Seite bzw. unter der Landkarte erscheinen eine eingebettete Vorschau. Die Postings lassen sich u.a. nach Stichworten und Datum filtern. Derzeit werden in der Pro-Version Facebook, Twitter (inkl. Periscope, Instagram und Facebook-Postings), Foursquare, Flickr, Youtube, Reddit, VK und Wikipedia angezeigt. Kosten: 349,- US-Dollar pro Monat bei einem Jahresvertrag, bei monatlicher Rechnung sind es 500,- Dollar.

    Eine kostenlose Geo-Suche nach Postings bei Youtube ist mit dem Geosearchtool möglich und auch bei Twitter können Sie eine Umkreissuche starten:

    Internetrecherche 2.0: Umkreissuche bei Twitter

    In der erweiterten Suche von Twitter lässt sich neben verschiedenen anderen Sucheinschränkungen ein Ort und ein Umkreis definieren. So konnten zum Beispiel beim Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt mit bestimmten Keywords (“ich” “Weihnachtsmark”) und einer Zeiteinschränkung Augenzeugen ausfindig gemacht werden:

    Screenshot Twitter mit Ergebnissen der Augenzeugen-Suche nach den Begriffen "ich" und "Weihnachtsmarkt"

    Augenzeugen gebrauchen bei Unglücken, Naturkatastrophen, Anschlägen regelmäßig bestimmte Worte, mit denen sie ihre Situation oder das Erlebte beschreiben, z.B. “ich”, “hier”, “sehe”, “gesehen”, “Explosion”, “Bombe”, “geschossen” etc. 

    Bei Twitter ist auch eine Suche mit Geodaten möglich: Zunächst muss man die Geo-Daten eines bestimmten Ortes ermitteln. Das geht am einfachsten mit Google: Ein Rechtsklick auf einen bestimmten Punkt bei Google Maps (“was ist hier”) zeigt die Koordinaten an. Alternativ kann man z.B. mapcoordinates.net nutzen, mein bisheriger Favorit mygeoposition.com ist inzwischen leider down. Die Koordinaten geben Sie ins Suchfeld bei Twitter ein und zwar nach dem folgenden Muster: geocode:xxx,yyyy,radius in km. Diese Art der Suche eignet sich für kleinere Ortschaften bzw. Gegenden, die nicht bereits bei Twitter in der erweiterten Suche zur Auswahl angeboten werden, selbst in einem Meer können auf diese Weise Tweets entdeckt werden, die von Schiffen abgesetzt wurden. Ein Beispiel für die Ermittlung von Tweets der Frankfurter Hauptwache in einem Umkreis von 200 Metern: geocode:50.1138080,8.6791840,0.2km. Weitere Tools für geobasierte Suche, Mapping Websites, Satellitenbilder verschiedener Anbieter etc. gibt es hier.