Geolocated search – Update vom 16.3.2019

Von Oliver Klein

Die Internetrecherche mit sogenannten “location-based-services”, also standortbezogenen Such-Tools, gewinnt immer mehr an Bedeutung. Echosec zeigt beispielsweise bei Unglücken blitzschnell Postings in Social Media oder auch Videos auf einer Landkarte an. So kommen Sie schnell auf den aktuellen Stand und können Augenzeugen in einer bestimmten Region suchen.
Screenshot Echosec mit Landkarte der Frankfurter Innenstadt, auf der Postings verschiedener Sozialer Netzwerke verortet sind

Echosec im Einsatz: Postings aus Sozialen Netzwerken werden auf einer Landkarte angezeigt, in diesem Fall in der Frankfurter Innenstadt

Die kostenpflichtige Suchmaschine Echosec zum Beispiel zeigt Postings aus Sozialen Medien auf einer Landkarte an, wenn sie GPS-Koordinaten enthalten oder andere Möglichkeiten der Standortbestimmung herangezogen werden können. Dazu einfach oben links eine Adresse eingeben oder mit einem Geofence einen Bereich auf der Landkarte markieren – die Postings erscheinen automatisch und können einzeln angeklickt werden. Auf der linken Seite bzw. unter der Landkarte erscheint eine eingebettete Vorschau. Die Postings können Sie u.a. nach Stichworten und Datum filtern. Derzeit zeigt Echosec in der Pro-Version Twitter (inkl. getwitterte Periscope-, Facebook- und Instagram-Postings), Flickr, Youtube, Reddit, VK und Wikipedia an. Neu ist die Einbindung der Snap-Map: Auf der Landkarte erscheinen öffentlich sichtbare Snaps als Wolke, die man anklicken kann. Kosten für Echosec: 499,- US-Dollar pro Monat, bei einem Jahresvertrag werden 4188 Dollar fällig.

Eine kostenlose Geo-Suche nach Snaps ist direkt mit der Snapmap möglich. Die suche nach Postings bei Youtube ist mit dem Geosearchtool möglich und auch bei Twitter können Sie eine Umkreissuche starten:

Internetrecherche 2.0: Umkreissuche bei Twitter

In der erweiterten Suche von Twitter können Sie neben verschiedenen anderen Sucheinschränkungen einen Ort und einen Umkreis definieren. So konnte ich zum Beispiel beim Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt mit bestimmten Keywords (“ich” “Weihnachtsmark”) und einer Zeiteinschränkung Augenzeugen ausfindig machen:

Screenshot Twitter mit Ergebnissen der Augenzeugen-Suche nach den Begriffen "ich" und "Weihnachtsmarkt"

Augenzeugen gebrauchen bei Unglücken, Naturkatastrophen, Anschlägen regelmäßig bestimmte Worte, mit denen sie ihre Situation oder das Erlebte beschreiben, z.B. “ich”, “hier”, “sehe”, “gesehen”, “Explosion”, “Bombe”, “geschossen” etc. 

Bei Twitter ist auch eine Suche mit Geodaten möglich: Zunächst muss man die Geo-Daten eines bestimmten Ortes ermitteln. Das geht am einfachsten mit Google: Ein Rechtsklick auf einen bestimmten Punkt bei Google Maps (“was ist hier”) zeigt die Koordinaten an. Alternativ kann man z.B. mapcoordinates.net nutzen, mein bisheriger Favorit mygeoposition.com ist inzwischen leider down. Die Koordinaten geben Sie ins Suchfeld bei Twitter ein und zwar nach dem folgenden Muster: geocode:xxx,yyyy,radius in km. Diese Art der Suche eignet sich für kleinere Ortschaften bzw. Gegenden, die nicht bereits bei Twitter in der erweiterten Suche zur Auswahl angeboten werden. Selbst in einem Meer können Sie auf diese Weise Tweets entdecken, die von Schiffen abgesetzt wurden. Ein Beispiel für die Ermittlung von Tweets der Frankfurter Hauptwache in einem Umkreis von 200 Metern: geocode:50.1138080,8.6791840,0.2km. Weitere Tools für geobasierte Suche, Mapping Websites, Satellitenbilder verschiedener Anbieter etc. gibt es hier.